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| Kühl herbstlicher Abend, es weht der Wind, |
| Am Grabe der Mutter weint das Kind, |
| Die Freunde, Verwandten umdrängen dicht |
| Den Prediger, der so rührend spricht. |
| 5 | Er gedenkt, wie fromm die Tote war, |
| Wie freundlich und liebvoll immerdar, |
| Und wie sie das Kind so treu und wach |
| Stets hielt am Herzen; wie schwer dies brach. |
| Daß grausam es ist, in solcher Stund |
| 10 | Die Toten zu loben, ist ihm nicht kund; |
| Der eifrige Priester nicht ahnt und fühlt, |
| Wie er im Herzen des Kindes wühlt. |
| Es regnet, immer dichter, herab, |
| Als weinte der Himmel mit aufs Grab, |
| 15 | Doch stört es nicht den Leichensermon, |
| Auch schleicht kein Hörer sich still davon. |
| Die Tote hört der Rede Laut |
| So wenig, als wie der Regen taut, |
| So wenig als das Rauschen des Winds, |
| 20 | Als die Klagen ihres verwaisten Kinds. |
| Der Priester am Grabe doch meint es gut, |
| Er predigt dem Volk mit Kraft und Glut, |
| Verwehender Staub dem Staube, |
| Daß er ans Verwehen nicht glaube. |